Cammer. Was mit einem kleinen Treffen 2009 unter wenigen Oldtimer-Freunden begann, entwickelte sich zu einem festen, jährlichen Bestandteil des Dorflebens. An diesem Tag verwandelt sich der ruhige, idyllische Gutspark in einen Platz voller Mopeds, Motorrädern, Pkw, LKW und Traktoren mit viel Geschichte.
Hier trifft der Besuchende mehr Fahrzeuge als Einwohnende an. Es tuckert, brummt, quietscht und qualmt unter den alten Bäumen und auf den Wiesen. Es wird bestaunt, gelacht und gefachsimpelt. „Und genau das ist es: Man trifft hier gleichgesinnte Leute, lernt neue Menschen kennen und hat einen entspannten Tag“, sind sich die Freunde Jörg, Achim und Frank einig, die mit ihren historischen Motorrädern aus Ketzin, Wusterwitz und Locktow anreisten:
„Wir sind jetzt sicherlich schon das zehnte Mal hier und immer wieder sieht man hier etwas überraschend Neues.“
Das traditionelle Oldtimertreffen ist offen für sämtliche Kategorien von Fahrzeugen der vergangenen Jahrzehnte. Und jedes erzählt seine eigene Geschichte. Diese bunte Mischung zieht jährlich Tausende ins kleine Dorf. Das gut eingespielte Team des Angler- und des Feuerwehrvereins, das seit 2019 die Organisation übernahm, ließ keine Wünsche offen für Teilnehmende und Gäste. „Das Wetter ist gut und die Leute sehr entspannt und unkompliziert“, sagte der Vereinsvorsitzende des Anglervereins Ralf Gutschmidt, der sich über eine höhere Besucheranzahl als im letzten Jahr freute.
Frank Niewar moderierte erneut ehrenamtlich die Preisverleihung der aussergewöhnlichsten unter den hunderten historischen Schätzen und begeisterte die Besuchenden mit seinem großen Wissen über Fahrzeuge aller Art. Standesgemäß reiste er mit seinem 1983er Mercedes Benz T-Modell an. Weitere Oldtimer auf zwei und vier Rädern vom Moped bis zum Robur Ello stehen bei ihm Zuhause oder hängen aus Platzmangel als Dekoration an der Decke seines Geschäfts.
Dass Freunde der Oldtimer keine Altersgrenze kennen, zeigte der Besucherzustrom vom Kindes- bis ins hohe Alter. So zum Beispiel stellte ein 85jährige Herr sein Motorradgespann mit Beiwagen der Leibstandarte SS Adolf Hitler (LSSAH) vor, das im 2. Weltkrieg für die mobile und schnelle Aufklärungstruppe genutzt wurde. Sein mitgeführter Munitionsanhänger aus dem 1. Weltkrieg wurde damals noch von Mulis gezogen. (Während der Einsätze des Verbandes in den unterschiedlichen Gliederungen waren Angehörige der LSSAH von Kriegsbeginn an wiederkehrend für Kriegsverbrechen an der Ost- und Westfront verantwortlich. – Quelle: Wikipedia)
„Über die Simsons und Trabbis kriegen wir den Nachwuchs in die Oldtimer-Szene. Sie sind erschwinglich und sie können selbst daran basteln“, weiß Frank Niewar zu erklären. Elias aus Cammer ist bereits durch seinen Opa Frank infiziert und tuckerte auf dem erstaunlichen Lanz Bulldog, dessen Zündung des Glühkopfmotors schon eine Wissenschaft für Laien darstellt, durch den Park. Die 17jährige Stine reiste mit Vater André an. Die beiden begeisterten Rallyefahrer aus Treuenbrietzen brachten ihren Moskwitsch 2140 mit, mit dem sie so manche Schotterpisten entlang rasen.
Die große Vielfalt der ausgestellten Gefährte, die gemütliche Atmosphäre im Park mit leckeren Köstlichkeiten und Getränken machen das Oldtimertreffen jedes Jahr zu einem besonderen Event für die ganze Familie.
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