Trebitz. Es ließ sich alles gut an. Das Trebitzer Storchenpaar war früh da und begann auch gleich zu brüten. Der Nachwuchs stellte sich ein, drei Jungvögel erblickten das Licht der Welt. Die Idylle war jedoch nicht von Dauer.
Von Nachbarn unbemerkt wurde ein Küken aus dem Nest geworfen. Die Unglücksserie setzte sich fort. Anfang Juni wurde von der am Horst wohnenden Familie Näthe und Katrin Reichert ein schwerverletzter erwachsener Storch gefunden. Bürgermeister Matthias Schimanowski wurde um Hilfe bei den Nachforschungen gebeten. Es sollte sich herausstellen, dass es das Trebitzer Weibchen war. Das Tier musste trotz schneller Hilfe eingeschläfert werden.
Die Erziehungsmaßnahmen oblagen nun dem „Witwer“, der sich Wacker schlug. Als jedoch fremde Adebare das Nest angriffen, handelten die Horstnachbarn. Mit Unterstützung des Bürgermeisters wurde der Storchenbeauftragte Christian Kurjo in Kenntnis gesetzt, und in Zusammenarbeit mit der Vogelschutzstation Baitz wurde entschieden, dass die Jungstörche in Sicherheit gebracht werden sollen. Eine Hebebühne wurde organisiert. Dabei half Bernd Thiele. Die Jungvögel wurden am Freitag, dem 8. Juni 2026 heruntergenommen. Für sie geht die Reise am Montag zum Storchenhof im sachsen-anhaltinische Loburg. Bis dahin bleiben sie in Locktow, bei Steffen Ernicke, einem der Helfer, der die abgemagerten Jungvögel aufpäppelt. „Sie haben gut gefressen“, hat Ernicke mit Freude festgestellt.

Bürgermeister Schimanowski freut der Ausgang der „Tragödie“. „Ich habe nicht nur Verantwortung für die Menschen der Stadt, sondern auch für die Störche“, sagte das Stadtoberhaupt mit einem leichten Lächeln. Und die Verantwortung wiegt durchaus schwer, denn es scheint, als ob Brück besonders gute Bedingungen für die Rotschnäbel hätte.
In der Straße des Friedens hat sich ein Storchenpaar auf einem alten Schornstein niedergelassen. Als der Schornstein saniert wurde, wurde das Nest mit Hilfe des Nabu herabgenommen und wieder aufgesetzt. Hier gibt es schon seit vielen Jahren einen weiteren Horst hinter den Neubauten. Auch auf dem alten Bäckereischornstein gegenüber des Ärztehauses nistet ein Paar. Ebenso an der Ecke Chausseestr./Lindenstraße auf dem Dach eines Hauses. und Detlef Seeliger hat in seinem Park eine Nisthilfe geschaffen, die in diesem Jahr angenommen worden ist. Da auch im Stromtal, Neuendorf und Baitz, neben den beiden Trebitzern, Nester vorhanden sind, hat Brück insgesamt zehn Horste. Es dürfte die höchste Anzahl in Fläming und Zauche sein. Es sind zwar nicht ganz so viele wie in Rühstädt oder Linum, aber trotzdem beachtlich.
(Artikelfoto: v.l.n.r. Wilfried und Kerstin Näthe, Katrin Rechert, Steffen Ernicke und Bern Thiele)
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