Spaziergang durch Deutsch Bork und durch Alt Bork

Alt Bork, Deutsch Bork. „Was gibt es hier zu sehen?“, auf diese den Einheimischen gestellte Frage wissen diese selten eine Antwort. Häufig heißt es „Nichts“ oder „Nichts besonderes“. Solch eine Antwort erhält man nicht nur in den Linther Dörfern, auch in Borkheide, Borkwalde, Golzow, Planebruch oder Brück wird man so beschieden. Dabei stimmt es nicht. Mit einer kleinen Reihe wollen wir aufzeigen welch schöne Ecken und welche Sehenswürdigkeiten es in den Gemeinden des Amtes Brück zu bewundern gibt. Wir sind diesmal in der Gemeinde Linthe unterwegs, je nach Geschmack mit Auto oder Fahrrad.

Wer von den Borks redet meint meistens die Waldsiedlungen Borkheide und Borkwalde, allerdings gibt es auch noch die Linther Ortsteile Alt und Deutsch Bork, die zu Gemeinde Linthe gehören.

Alle vier verbindet neben den Namensbestandteil die Landesstraße L851, die sich von Treuenbrietzen über Schlalach durch die drei Orte bis Borkwalde entlangschlängelt.

Deutsch Bork

Wer von Schlalach kommend Deutsch Bork erreicht, sollte gleich beim ersten Hof auf der rechten Seite anhalten. Es ist der Hof der Familie Rottstock, der schon seit Jahrzehnten auf biologische Landwirtschaft setzt. Hier kann man im Hofladen leckere Kartoffeln erwerben und vor Weihnachten eine Gans für das Weihnachtsmenü erstehen. Rottstock hat sich schon immer für eine genfreie Landwirtschaft eingesetzt und erreicht, dass sich die Bauern im gesamten Fläming dafür entschieden haben, keine genveränderten Saaten anzubauen.

Nur wenige Meter weiter ist auf der gegenüberliegenden Straßenseite Familie Friedrich zuhause. Es ist ein Dreigenerationenhaus. Der jüngste Bewohner, Mirko Friedrich ist Dorf- und Feuerwehrchronist von Deutsch Bork. Auf dem Hof beherbergt er eine feuerwehrtechnische Sammlung, die er gern im alten Feuerwehrgerätehaus ausstellen würde.

Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Dorfanger. Hier findet man die Dorfkirche. Der Saalbau wurde 1807 errichtet. Davor ein Gefallenendenkmal, das an die Toten der beiden Weltkriege erinnert. Gundula Hübner zeigt gern die Kirche.

Hier stehen auch die Luisenlinde sowie die etwa 300 Jahre alten Maulbeerbäume. Der Ortsbeirat hat in Zusammenarbeit mit den Ortschronisten, neben Friedrich Doris Ganzert, einige Erläuterungstafeln aufstellen lassen. Im Gemeindehaus finden Veranstaltungen statt, und hier tagen die Gemeindevertretung sowie der Ortsbeirat.

Wer den Weg „Zur Autobahn“ nimmt erreicht kurz vor der BAB9 die naturgeschützte Orchideenwiese. Hier ist das in Brandenburg einzige Vorkommen der Pyramiden-Spitzorchis nachgewiesen.

Weiter durchs Dorf. Auf der linken Seite bemerkt man ausrangierte Militärfahrzeuge, sie gehören einem Jüterboger Geschichtsverein, der sie hier zwischenlagert.

Kurz danach erstrahlt das neue Feuerwehrgerätehaus im vollen Glanz. Lange mussten die Deutsch Borker darauf warte. Das alte FFW-Haus steht direkt daneben. Chronist Mirko Friedrich würde hier gern seine Sammlung zeigen. Das unscheinbare weiße Haus rechts daneben war das Armenhaus des Dorfes.

Alt Bork

Von hier geht es weiter in Richtung Alt Bork. Drei Kilometer liegen vor uns. Auch hier gibt es einen noch aktiven Landwirt. Familie Kaplick ist mit ganzem Herzen dabei. Die Stallungen begrüßen uns am Ortseingang, wo auch der Storchenhorst steht. Am Haus der langjährigen Ortsvorsteherin Marlies Schulze vorbei geht es in den Rundling. Hier ist die Straße noch mit Pflastersteinen belegt. Das führt immer wieder zur Protesten der Anlieger, denn vor allem leere Lastwagen verursachen einen Höllenlärm. Allerdings gehört das Pflaster zum historischen Dorfkern und darf nicht asphaltiert werden. Im Rundling stehen die Kirche, der Spielplatz, das Gemeindehaus sowie das Gefallenendenkmal.

Die Kirche ist erst 1910 errichtet worden, sie wurde im Stil des Neobarock gebaut. Das Kriegerdenkmal ist rund um eine Eiche angelegt, an jeder der vier ecken der Einfriedung sind die Namen der getöteten Männer angebracht.

Im Rundling selbst wohnt Familie Kaplick. Sohn Ingo hat hier seine Hoffleischerei und hat ein kleines Schlachthaus errichtet. Vater Manfred liefert die Tiere, Ingo verarbeitet sie und seine Frau verkauft diese im Hofladen. Die Familie lädt alljährlich im Rahmen der Brandenburger Landpartie auf den Hof ein.

Im Rundling ist auch Linda Bartetzko wohnhaft. Sie ist passionierte Gärtnerin und hat viele Jahre den Garten im Rahmen der „Tage des offenen Gartens“ für Besucher geöffnet.

Wer in die erste Straße nach dem Rundling rechts abbiegt gelangt zum Kulturhaus. Hier üben die Line-Dancers, hier finden viele Veranstaltungen wie zum Beispiel Faschingsfeiern statt. Dahinter steht ein Steinlabyrinth, das von Frau Bartetzko angelegt worden ist.

Der weitere Weg führt uns am Gewerbegebiet vorbei in Richtung Borkheide. Hier hat auch Kfz.-Meister Marcel Mika seine Werkstatt. Er hat sich auf die Reparatur und Überholung von Feuerwehrfahrzeugen spezialisiert.

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