Stadt Beelitz: 50 Netbooks für den Unterricht zu Hause

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Stadt Beelitz. Schulaufgaben per Email, Unterricht in der Videokonferenz, kurzfristige Absprachen per „Whatsapp“: Die Corona-Pandemie hat in den vergangenen Wochen auch den Beelitzer Schulalltag umgekrempelt. Bei allen Startschwierigkeiten, die das plötzliche Lernen auf Distanz mit sich brachte, hat sich aber auch gezeigt, welche Potenziale in der „Digitalisierung“ schlummern.

Die Stadt Beelitz hat in den vergangen Jahren als Träger schon ordentlich in die  Ausstattung ihrer Schulen mit modernen Lehrmitteln investiert. So wurde an allen Einrichtungen ein W-Lan-Netz installiert, von dem aus man überall ins Internet gelangt, außerdem werden an den weiterführenden Schulen schrittweise sogenannte Whiteboards angeschafft – also digitale Tafeln in den Unterrichtsräumen, auf denen vom Computer aus der Lehrstoff wiedergegeben werden kann. Auch die Ausstattung mit Computern schreitet weiter voran und hat jetzt noch einmal einen ordentlichen Schub bekommen.

Bürgermeister Bernhard Knuth hat nach Rücksprache mit den weiterführenden Schulen 50 Netbooks durch die Stadt anschaffen lassen, die vor allem auch für das „Homeschooling“, also den Unterricht in den eigenen vier Wänden, genutzt werden sollen. „Da bei uns in diesem Sommer alle größeren Veranstaltungen ausfallen müssen, haben wir Kulturmittel frei, die wir hierfür hervorragend einsetzen können“, so der Bürgermeister. Längst nicht alle Schüler hätten ein geeignetes Gerät, um ihre Aufgaben digital zu erledigen und dann an die Schule zu schicken, geschweige denn um an einer Videokonferenz teilzunehmen. „Andere müssen sich ein Gerät mit zwei Geschwistern teilen, was die Möglichkeiten auch stark einschränkt“, weiß der Bürgermeister.

Solche Kinder würden sich ihre Aufgaben im Moment noch über Klassenkameraden besorgen. „Manche lassen die Arbeitsblätter abfotografieren und sich auf das Handy schicken“, berichtet die Leiterin der Oberschule Beelitz, Michaela Brückner. Insgesamt seien die Schüler sehr diszipliniert und würden ihre Aufgaben über die Schulcloud erledigen. Dabei handelt es sich um eine Art virtueller Bibliothek, in der Arbeitsblätter Klassen- und Gruppenweise abgelegt und heruntergeladen und dann ausgefüllt wieder zurückgeschickt werden können. Was weniger reibungslos läuft, sei der Unterricht per Videokonferenz, da die Verbindung bei so manchem zu instabil ist. Mit den 25 Geräten, die ihre Schule nun bekommt, werde der Bedarf erst einmal gedeckt werden, erklärt Frau Brückner.

Auch das Sally-Bein-Gymnasium arbeitet mit einer Schulcloud. „Die ist ein ideales Kommunikationsmittel für den Unterricht zu Hause“, so Schulleiter Jürgen Schwartz. Alle Aufgaben können so direkt verteilt und wichtige Fragen schnell geklärt werden. Schwartz freut sich über die Unterstützung aus dem Rathaus, auch in Form der weiteren 25 Computer:

„Die Schüler sind sehr dankbar dafür.“

Darüber hinaus wird an den Schulen derzeit auch ein Medienplan erarbeitet. Dort soll jede Einrichtung festhalten, welche Anschaffungen in den kommenden Jahren sinnvoll sind. Gefördert werden diese dann vom Land Brandenburg aus dem sogenannten Digitalpakt.

An den Schulen wechselt im Moment der Präsenzunterricht mit dem Homeschooling. Aufgrund der Eindämmungsverordnung müssen die einen zu Hause bleiben, während die anderen in die Schule dürfen und umgekehrt. Den Schulalltag unter den Abstandsregelungen umzusetzen sei eine echte Herausforderung, so Schulleiterin Brückner. Bei allen Chancen, die sich derzeit auftun, sei man doch froh, wenn an der Schule selbst irgendwann wieder Normalität einkehren kann.

(Thomas Lähns)

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2 Antworten

  1. …weil…man weiß was man tut ?!!?
    …weil…sich hier jemand engagiert und sich Gedanken macht, wie alle Schüler und Schülerinnen in dieser “Ausnahmesituation” schnellstmöglich erreicht werden können!?!?!. Zudem möchte ich auf folgende Pressemitteilung hinweisen:

    …”Bund und Länder haben sich auf die Umsetzung des vom Koalitionsausschuss des Bundes beschlossenen Sofortprogramms in Höhe von 500 Millionen Euro zur Bereitstellung von digitalen Endgeräten verständigt. Das ist im Rahmen einer Zusatzvereinbarung zum DigitalPakt Schule geregelt. Aus diesem „Sofortausstattungsprogramm“ des Bundes bekommt Brandenburg zirka 15 Millionen Euro.
    Bildungsministerin Britta Ernst: „Das ist eine sehr wichtige Initiative. Die Mittel sollen den Schulträgern zur Anschaffung von digitalen Endgeräten zur Verfügung gestellt werden. Das soll insbesondere Kindern und Jugendlichen aus Elternhäusern helfen, für die die Anschaffung eines digitalen Endgerätes eine finanzielle Hürde darstellt. In einer Zeit der schrittweisen Schulöffnung, bei der sich Präsenzunterricht und Homeschooling abwechseln, sorgt diese Unterstützung für eine größere Bildungsgerechtigkeit. Sobald die Mittel bereitstehen, werden wir das Programm in Brandenburg rasch umsetzen.“…”

    Manchmald dauert die Umsetzung einer politischen Entscheidung viel zu lange, so dass ein mutiges aber überlegtes Handeln manchmal sinnvoller ist. Dass Mut Unmut mit sich bringt ist ganz nomal.
    Das Handeln des Herrn Knuth kann aber nicht so verkehrt sein, wenn einige Entscheidungen am Ende auch von anderen Kommunen übernommen wurden. Manchmal ist es wichtig überhaupt zu handeln, anstatt abzuwarten, dass ein anderer den ersten Schritt wagt. Man verändert die Welt nur, wenn man etwas dafür tut, hinter seinen Ideen steht und für sein Handeln die Verantwortung übernimmt. Ansonsten bleiben wir an einem Fleck stehen und wundern uns, dass wir uns maximal im Kreis drehen.

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