Wann hat der Ort Brück sein 800-jähriges Jubiläum?

Brück. In deer letzten Woche berichtete die MAZ, dass die Stadtväter von Brück das 800-jährige Jubiläum ihrer Stadt im kommenden Jahr im Gegensatz zu Golzow verschlafen hätten. Jetzt haben die Brücker Stadtverordneten reagiert:

Aus der Originalmeldung der MAZ

In dem MAZ-Artikel Darum gibt es in Brück keine 800-Jahr-Feier hieß es u.a.:

Während sich Golzow schon seit geraumer Zeit auf das 800. Dorfjubiläum im kommenden Jahr vorbereitet und den runden Geburtstag ganzjährig feiern wird, wird in Brück wohl auf Feierlichkeiten verzichtet werde. Denn im Planestädtchen ist der eigene 800. Geburtstag offenbar verschlafen worden.

Zwar wird auf das Jubiläum im Kulturkalender des Landkreises schon seit drei Jahren hingewiesen – das ist jedoch niemandem aufgefallen. Erst auf Anfrage der MAZ ist man auf den möglichen Grund zum Feiern aufmerksam geworden – zweifelte jedoch.

Der Journalist Andreas Koska berief sich auf die Ortschronistin der Stadt Brück, Karin Hanusch, sowie auf die Kulturreferentin des Landkreises, Doris Patzer.

Pressemitteilung der Stadtverordnetenversammlung Brück

800 Jahre Brück nicht im Jahr 2019, aber trotzdem wird gefeiert

einige Falschberichte über das angebliche Brücker Stadtjubiläum im Jahr 2019 treiben aktuell die Bevölkerung um. Um einem historischen Eingang dieser fehlerhaften Nachrichten entgegen zu wirken, möchten wir folgendes klarstellen. Bereits zu den umfangreichen Recherchen bei der Findung des neuen Brücker Wappens im Jahr 2010 wurde das nachfolgende Ergebnis zur Gründung der Stadt Brück recherchiert und aktuell nochmals von Dr. Helle bestätigt.

„In der betreffenden Urkunde vom 13. November 1219 wird im Zusammenhang mit Golzow (im Urkundentext „Golsowe“) ein Ort „Bruch“ erwähnt. Diesen Ort nun mit Brück zu identifizieren, erscheint recht zweifelhaft. Und zwar ist zu beachten, dass in Golzows westlicher Nachbarschaft, und näher zu Golzow als Brück, das Dorf Bruke lag. Dessen mittelniederdeutscher Ortsname bedeutet nichts anderes als ‚Bruch’ und rührt von der Lage des Dorfes im Freien Havelbruch her. Das Dorf fiel nach 1375 wüst. Auf dessen Gemarkung entstand später das Vorwerk Brückermark (bei Wollin). Bruke bzw. Brückermark war nachweislich vom Mittelalter bis zum Ende des 17. Jahrhunderts ein Bestandteil der Herrschaft Golzow.

Der Ortsname laut Urkunde von 1219, die geographische Situation und die historische Herrschaftszugehörigkeit – dies zusammen spricht eher dafür, dass es sich bei dem 1219 erwähnten Ort um Bruke/Brückermark bei Wollin und nicht um die Stadt Brück handelt. In der maßgeblichen Fachliteratur (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil 5: Zauch-Belzig, bearbeitet von P. P. Rohrlach, sowie R. E. Fischer: Brandenburgisches Namenbuch, Teil 2: Die Ortsnamen des Kreises Belzig) ist 1249 als Jahr der urkundlichen Ersterwähnung von Brück angegeben.“

Wenn nicht 800 Jahre, werden in Brück auch 2019 wieder viele Festlichkeiten begangen, wie bspw. 60 Jahre Brücker Karneval, Titanen der Rennbahn, Erntefest, Weihnachtsfeste, vielleicht manch Aufstieg im Vereinsleben oder auch zum 770-jährigen Jubiläum der Ersterwähnung der Stadt, die 1249 stattfand. Ganz sicher feiert Brück dann aber im Jahr 2024 ausgiebig, wenn 650 Jahre Stadtrecht bestehen.

Wir Stadtverordneten danken an dieser Stelle allen, die diese Feste ermöglichen, freuen uns auf zahlreiche Brücker Gäste und halten unsere emsigen und engagierten Mitbürger wie auch uns selbst für absolut nicht verschlafen und vergesslich.

Für die Brücker Stadtverordneten: Michael Klenke (1. Stellv. Bürgermeister der Stadt Brück)

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