Kloster Lehnin. Gemeindevertreter aus Golzow, Lehrer der Golzower Schule sowie viele Eltern aus Krahne und Reckahn waren wieder zur Sitzung der Gemeindevertretung erschienen, obwohl der für sie wichtigste Tagesordnungspunkt nur für den nicht-öffentlichen Teil angekündigt war.
Die Präsenz zeigt jedoch auch diesmal Wirkung. Die Anwesenden nutzten die Einwohnerfragestunde, um das Thema diskutieren zu können. Romy May hat drei Kinder. Das älteste besucht schon die Golzower Friedrich-Eberhard-von-Rochow-Schule, die beiden kleinen gehen noch in die Reckahner Kita. Sie zeigte sich enttäuscht, dass Entscheidungen getroffen werden sollen, ohne dass mit den Betroffenen gesprochen wird. „Weshalb soll die Kündigung ausgesprochen werden, wenn noch keine Prüfung stattgefunden hat“, fragte die junge Mutter. Sie machte klar, dass solche Entscheidungen den gesamten Alltag der Familien verändern und für eine lange Zeit das Leben beeinflussen. „Es sollte um das Wohl der Kinder gehen“, betonte Frau May.
Bürgermeister Uwe Brückner betonte. Dass er keinen Prüfauftrag habe, da diese Entscheidung vertagt worden sei und bislang nicht getroffen wurde. Allerding versprach der Bürgermeister für September in Krahne und Reckahn zur Einwohnerversammlungen einzuladen sowie einen Elternabend in der Kita zu diesem Thema anzubieten.
Die aktive Mutter Laura Oppenborn fragte nach, wann mit der Beantwortung der in der Sitzung am 7. Juli 2026 abgegebenen Fragen zu rechnen sei. „Wir arbeiten an der Beantwortung, aber bitte um Verständnis, dass es noch etwas dauern könnte“, erwiderte Brückner und verwies darauf, dass es immerhin 17 Fragen gewesen sind.
Harry Grunert (CDU) betonte für seine Fraktion, der auch die Freien Bürger und Bauern sowie der Freizeit- und Jugendverein Trechwitz angehören, dass man im nichtöffentlichen Teil der Sitzung keinem Beschluss über Vertragskündigung gegenüber Brück oder Änderung der Schulbezirke zustimmen werde. Das löste eine besondere Freude in der SPD-Fraktion aus. „Freue mich über den Entschluss“, sagte Niewar. Er betonte, die Ängste der Eltern zu verstehen und verwahrte sich dagegen, sie vor vollendete Tatsachen zu stellen. Auch der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Kevin Bolz (CDU) zeigte Verständnis für die Elternschaft. „Ich begrüße ausdrücklich die Aktivität der Eltern“, sagte er in einem Gespräch mit Zauche 365. Er will weitere Infos der Verwaltung abwarten.
Ob es eine Abstimmung gab oder nicht, weiß man nicht, da es sich um den nichtöffentlichen Teil gehandelt hat und die Abgeordneten zur Verschwiegenheit verpflichtet sind. Allerdings ist zumindest am Tag nach der Sitzung noch keine Kündigung im Amt Brück eingegangen, wie der Fachdienstleiter Lars Nissen auf Anfrage mitgeteilt hat.
Die drei in der Sitzung anwesenden Gemeindevertreter aus Golzow zeigten sich zufrieden. Der stellvertretende Bürgermeister von Golzow, Peter Schmieder, will sich weiter für seine Schule einsetzen und hofft auf eine vernünftige Kommunikation mit der Nachbargemeinde. Christian Köppel (Freiwillige Feuerwehr) betonte, dass man auf der Seite der Eltern stehe. „Wir schauen auf das Wohl der Kinder“, so seine Devise. Matthias Weise (Unser Golzow), sitzt der Fraktion vor. Auch er betonte, dass die Golzower hinter dem Ansinnen der Eltern aus Krahne und Reckahn stehen.
Weitere Entscheidungen dürfte also erst nach der Sommerpause fallen. Es bleibt spannend.
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