Schmergow: „Diese Kita hat keine Zukunft!“ – Deutliche Worte bei der Gemeindevertretung Groß Kreutz

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Schmergow. Emotional und stellenweise hitzig wurde es in der letzten Gemeindevertretersitzung als die Schließung des Kindergartens „Kunterbunt“ in Schmergow thematisiert wurde. In der Einwohnerfragestunde appellierten verzweifelte Eltern an die Gemeindevertreter.

„Wenn die Kita geschlossen wird, nimmt es unserem Ortsteil sehr viel Attraktivität für die Zukunft. Wir wissen alle um die schwierige Situation auf dem Baumarkt, aber es wird sich auch wieder ändern. Es werden wieder Familien hierherkommen. Die Kitaschließung würde uns in Schmergow viel für die Zukunft nehmen, um diesen Ort so jung zu erhalten wie er ist“, argumentierte eine Bewohnerin.

Reinhard Keding von der Interessengemeinschaft (IG) Havel und Schmergower Ortsvorsteher sprach sich ebenfalls gegen eine Schließung aus. „Wir werden uns spätestens in fünf bis sechs Jahren ärgern, dass wir die Kita geschlossen haben. Wir haben eine Altbestandsbebauung in Schmergow, wo in zirka drei Jahren 35 Wohneinheiten entstehen“, so Keding. „Bei mir wird keine Kita geschlossen“, zitierte er den Bürgermeister Reth Kalsow aus dem Jahr 2011. „Ja, das habe ich gesagt, aber ich musste auch dazu lernen“, erwiderte Kalsow darauf. 

„Wir haben die Verpflichtung, auf die Gesamtgemeinde zu gucken. Auch die wirtschaftliche Entwicklung müssen wir uns anschauen. Und wenn die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist, müssen wir dementsprechend handeln“, verteidigte Kalsow seine Einstellung. Fakten beweisen, dass die Geburtenrate in der Gemeinde Groß Kreutz mit 107 Geburten im Jahr 2014 auf 22 Geburten im ersten Halbjahr 2026 stark abgefallen ist. Momentan sind 450 Kitaplätze vergeben. Voraussichtlich werden 2030 nur noch 200 bis 250 Kitaplätze benötigt werden. „Die Einrichtungen, die wir haben, sind zu viele. So leid es mir tut für den Ortsteil Schmergow, macht es keinen Sinn, die Einrichtung mit dem Kostenaufwand, der zu stemmen ist, aufrecht zu erhalten“, so Kalsow.

„Ich bin der Überzeugung, dass wir, wenn wir die Kita offenlassen, ein Tod auf Raten zulassen. Ich halte es für richtig, den Eltern reinen Wein einzuschenken, auch wenn das heutzutage nicht gern gehört wird“, sagte Franz Herbert Schäfer, Vorsitzender der Gemeindevertretung:

„Diese Kita hat keine Zukunft! Wir haben nicht genug Nachwuchs und wir haben nicht genug Geld für die benötigten Investitionen.“

Die Alternativen zu einer Schließung wurden ebenfalls besprochen. Wird die Kita offengelassen, wird die Anzahl der Kinder weiterhin sinken aufgrund weniger Geburten. Der Personalschlüssel des Landkreises lässt nur noch zwei ErzieherInnen zu. Diese könnten die jetzt gegebenen Öffnungszeiten nicht aufrechterhalten. Ständige Unruhe in der Kita wegen einspringender Ersatzkräfte durch Krankheiten und Urlaube der ErzieherInnen wäre vorprogrammiert. 

Darüber hinaus könnte die Gemeinde über den Personalschlüssel des Landkreises hinweg weiteres Personal für die Kita in Schmergow einstellen. Allerdings sinken auch in anderen Dörfern die Anzahl der Kitakinder. Ständig zusätzliches Personal in mehreren Kitas einzustellen, wäre utopisch.

„Es ist eine Entscheidung, die niemandem hier am Tisch leichtfällt“, sagte Bürgermeister Reth Kalsow, bevor die Entscheidung mit 6 (CDU, Freiwillige Feuerwehr) zu 5 (IG Havel, SPD, Grüne/B90) Stimmen, bei einer Enthaltung (AfD), für die Schließung der Kita „Kunterbunt“ zum 31. Juli 2027 beschlossen wurde. 

„Das Gebäude müsste saniert werden. Ich glaube, der Großteil von uns würde keine weitere Nutzung des Gebäudes sehen“, erklärte Kalsow auf die Frage einer möglichen Nachnutzung:

„Wir würden sicherlich darüber nachdenken, das Objekt zu veräußern, um dann das Geld vielleicht für die Kitas, die noch da sind, weiter zu verwenden.“

Ebenso steht im Raume den Spielplatz der Kita nach dessen Schließung eventuell der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. 

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