Kloster Lehnin. „Mit tiefer Trauer mussten wir vom Ableben unserer langjährigen Mitstreiterin und „Außenministerin“, Frau Waltraud Plarre, Kenntnis nehmen. Sie war eine lebenslustige, Allem zugewandt, streitbare Stütze unseres Vereins. Sie wird uns immer in Erinnerung bleiben. Waltraud, du wirst uns sehr fehlen“, so würdigt Winfried Ludwig seine verstorbene Mitstreiterin im Umweltverein Waldkleeblatt.
Waltraud Plarre wurde 1942 in Kloster Lehnin geboren. Ihrer Heimat und den Wäldern um Kloster Lehnin herum bleib sie immer verbunden. Sie hat an der TU Dresden studiert und sich als Wirtschaftsingenieurin das notwendige Rüstzeug für einen erfolgreichen beruflichen Weg erworben.
Als Rentnerin kehrte sie mit ihrem Ehemann in ihr geliebtes Lehnin zurück, um den Ruhestand zu genießen. Ruhestand war Für Waltraud Plarre aber immer ein Fremdwort. „Unruhestand“ traf ihre späte Lehniner Zeit besser. Waltraud Plarre beobachtete die gesamtgesellschaftliche Entwicklung und insbesondere die Eingriffe in unsere Natur und Umwelt kritisch. Sie entwickelte sich zu einer unermüdlichen ehrenamtlichen Kämpferin mit einer außergewöhnlichen Leidenschaft für den Natur- und Klimaschutz. Dabei motivierte sie vor allem, dass die kommenden Generationen – trotz des voranschreitenden Klimawandels – noch eine lebenswerte Umwelt vorfinden können. Bald wendete sie so viel Zeit wie in einem Hauptjob auf, reiste zu unzähligen Tagungen, Workshops und bundesweiten Vernetzungstreffen.
2011 gründete sie mit weiteren Mitstreitern die Lehniner Bürgerinitiative „Rettet unseren Wald“. Eine Plattform, die sich aktiv für den Schutz der Wälder in unserer Region einsetzt.
2014 gehörte sie dann zu den treibenden Kräften beim Zusammenschluss mehrerer Bürgerinitiativen aus Kloster Lehnin, Werder (Havel)/Bliesendorf, Borkheide, Borkwalde und Stadt Beelitz/Fichtenwalde zum „Waldkleeblatt – Natürlich Zauche e.V.“. Hier war sie seit Beginn als Vorstandsmitglied und aufgrund ihrer außerordentlichen Vernetzung als „Außenministerin“ tätig.
Doch Frau Plarre wirkte nicht nur lokal. Ihre Mitarbeit in der Bundesinitiative Vernunftkraft e. V. zeigt, dass sie auch nationale und globale Perspektiven im Blick hatte.
Besonders hervorzuheben ist nicht nur ihr Engagement im Einsatz für die Umwelt und die Natur, den Schutz der Wälder und der Tierwelt, sondern auch ihre Beharrlichkeit und Hingabe, die sie zu einem Vorbild für viele machte. Am 5. Dezember 2024 wurde das Lebenswerk von Waltraud Plarre mit der Verleihung der Ehrenmedaille des Landkreises Potsdam-Mittelmark gewürdigt.
(Quelle: Waldkleeblatt | Artikelfoto: Podiumsdiskussion anlässlich der Bundestagswahl 2017, Waltraud Plarre, 5. von links, moderierte © Andreas Trunschke)
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