Cammer. Ungewöhnlich viele Frauen tummelten sich kürzlich auf dem Vereinsgelände des Angelvereins im Zweimühlendorf, obwohl der Verein nur eine Frau unter 42 Männern und acht Mädchen und Jungen als Mitglied verzeichnen kann.
In dem 1961 gegründeten Verein begann Mitte der 1970er Jahre das Paarangeln, in denen die Frauen der durchweg männlichen Mitglieder mitmachen durften, ohne einen Angelschein zu besitzen. „Angeln ist ein schönes Hobby, am Wasser sitzen, in der Natur sein, Ruhe finden. Die Frauen sollen auch mal den Spaß mitmachen, den die Männer mögen“, war eine Erklärung.
Mit Koffern, Campingstühlen, Angelruten, Kescher und Eimern bepackt, trafen die zehn Paare am Treuenbrietzener Baggersee ein. Das Los entschied über die Angelplätze, aber das bewaldete Ufer spendete überall genügend Schatten bei den hochsommerlichen Temperaturen. Die Regeln waren einfach. Es durften nur die Frauen angeln. Und innerhalb von zwei Stunden konnten Plötze, Bleie und Güster dem See entnommen werden. Andere Fischarten mussten wieder zurück gesetzt werden. „Das wird jedes Jahr von der unteren Fischereibehörde festgelegt. Dieser Hegeauftrag ist wichtig, um verbutterte Fischbestände zu dezimieren“, hieß es.
Die Männer durften zwar nicht angeln, unterstützten die Partnerinnen aber mit guten Ratschlägen, assistierten beim Maden- und Wurmaufziehen sowie beim Abhaken der Fische. „Ich denke, dass die Männer es schön finden, auch mal mit uns gemeinsam zu angeln“, sagte eine der Anglerinnen.
„Wir machen den Männern einmal im Jahr die Freude und angeln mit. Das Zusammensein, die traditionelle Erbsensuppe danach am See und das abendliche Grillen sind schön“, sind sich die Frauen einig. „Aber in den Verein eintreten, nein, das wollen wir nicht. Einmal im Jahr angeln reicht uns völlig“, lachten die Frauen, aber freuten sich bereits schon auf das nächste Paarangeln 2025.
(Artikelfoto: Entspannt beim Angeln. Nicht überall bissen die Fische.)
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