LEADER, Inselzentrum Töplitz

Kloster Lehnin: Radweg, Gehweg und Naturlehrpfad – 22 Projekte aus der Havelregion hoffen auf Förderung

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Lehnin. Es wurde eng im Versammlungsraum des Kirchenkreiszentrums in der Lehniner Goethestraße. Die Einreichenden von 22 Projekten aus der Havelregion und weitere Interessierte Zuhörende haben sich versammelt, um den Vorstellungen zu lauschen oder diese zu erläutern.
Am Mittwochnachmittag begann die Runde um 16.00 Uhr und es war die dritte Projektvorstellung, zu der die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Fläming-Havel eingeladen hatte. Schon in der Vorwoche konnten sich Projekte aus der Nuthe-Nieplitz-Region und dem Hohen Fläming vorstellen.

Insgesamt haben sich 50 Projekte aus dem Gebiet der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Fläming-Havel um eine Förderung beworben. Bei dem aktuellen Aufruf stehen rund 5,0 Millionen Euro zur Verfügung, der Förderbedarf der eingereichten Projekte beträgt mit 11,0 Millionen Euro mehr als das doppelte der zur Verfügung stehenden Summe. Aus dem aus dem Bereich des Hohen Flämings möchten 19 Projekte und der Nuthe-Nieplitz-Region neun Projekte gefördert werden.

Und wie immer gab es viele sehr unterschiedliche Ideen. Wobei LAG-Geschäftsführer Heiko Bansen darauf hinwies, dass es gleichzeitig auch die Möglichkeit gab, sich um Fördermittel aus der so genannten GAK-Förderung (Gemeinschaftsaufgabe Küstenschutz und Landwirtschaft) zu bewerben. Manche der kommunalen Projekte aus dem Bereich der Infrastruktur haben deshalb beide Förderwege beschritten.

Die Gemeinde Schwielowsee gehört nur mit dem Ortsteil Ferch zum LEADER-Gebiet. Zwei Projekte bewerben sich um die Fördermittel. Bürgermeisterin Kerstin Hoppe stellte den Umbau des Dorfangers Neue Scheune vor, der mit 550.000 Euro zum Buche schlägt, 385.000 Euro könnte die Förderung betragen. Die Präsidentin des Ortsansässigen Sportvereins SV 1948 Ferch, Nadine Stephan, würde gerne die Flutlichtmasten erneuern und deren Anzahl von zwölf auf acht verringern und dabei auf effizientere Leuchtmittel setzen. Sie rechnet mit Kosten von 30.000 Euro.

LEADER, Anger Ferch
LEADER: Anger Ferch

Das Brücken eine verbindende Funktion haben, ist eine Binsenweisheit. So sehen sehen es die Vertreter der Gemeinden Beetzheide und Roskow im Amt Beetzsee. Hier soll die ehemalige Brücke der Westhavelländischen Kreisbahn für den Radverkehr ausgebaut werden. Wie Amtsdirektor Guido Müller betonte ein wichtiges Projekt sowohl für Touristen als auch Einheimische, da die Strängbrücke eine wichtige Verbindung zwischen Ketzür und Lünow ist. Unterstützung gab es seitens des ehrenamtlichen Bürgermeisters von Beetzseeheide, Dirk Lange, der auch für den Ausbau des Radweges zwischen Gortz und Ketzür warb. Diese Projekte haben sich ebenso wie der ländliche Wegeausbau zwischen Fohrde und Hohenferchesar auch um GAK-Mittel beworben.

Zwei weitere Projekte aus dem Amt Beetzsee wurden von einem Verein (Reit- und Fahrverein Beetzsee) und einer jungen Familie gestellt. Der Verein möchte der Pferdspringplatz unfallfrei gestalten und die Familie einen altes Bauernhaus sanieren und daraus ein Haus für mehrere Generationen machen.

Die Stadt Brandenburg liegt außerhalb der Förderkulisse der LAG aber einige Ortsteile sind dann doch im Gebiet. So möchte man einen Gehweg in Göttin sanieren und einen Platz um die Bushaltestelle in Schmerzke ordentlich herrichten. In Klein Kreuz soll ein Naturlehrpfad wieder in Ordnung gebracht werden. Das sind die kommunalen Projekte. In Gollwitz möchte die Kirchengemeinde die Wege auf dem Friedhof herrichten und erneuern, und in Kirchmöser soll eine Pension mit einem breiten Wellness- und Freizeitangebot entstehen.

Auf dem Gebiet der Gemeinde Groß Kreutz (Havel) sind vier Projekte eingegangen. Zum einen möchte der NABU die maroden Dächer auf dem Vereinsheim der Naturschutzstation in Schenkenberg in der Nähe des Rietzer Sees erneuern, zum anderen könnte es in der Gemeinde bald ein mobiles Kino geben. Der Verein ApfelGeorgia möchte eine aufblasbare „Leinwand“ beschaffen. Auch auf dem Rosenwaldhof in Götzer Berge könnte es bald weiter gehen. Sowohl der Verein als auch die GmbH haben Förderanträge gestellt. Es soll weiterein Vereinsgebäude saniert werden, und es könnten Ferienhäuser entstehen.

Auf dem Klostergelände in Lehnin soll der erste Stock des alten Krankenhausgebäude um- und ausgebaut werden. „Mit dem Projekt soll am Standort Kloster Lehnin ein dauerhaft nutzbares Gesundheitszentrum geschaffen werden, das sich an unterschiedliche Nutzergruppen richtet. Angesprochen werden insbesondere niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, Therapeutinnen und Therapeuten, Beratungs- und Unterstützungsangebote im sozialen und gesundheitlichen Bereich sowie die Bürgerinnen und Bürger der Region, die wohnortnahe medizinische und beratende Leistungen benötigen“, heißt es im Projektblatt. Im Erdgeschoss gibt es schon mehrere Arztpraxen.

Das alte Feuerwehrgerätehaus im Werderaner Ortsteil Töplitz könnte bald zum Vereinsheim werden. „Wir möchten ein Haus für alle Vereine und nicht für jeden Verein ein Haus“, begründete Ortsvorsteher Frank Ringel das Ansinnen, ein Inselzentrum zu etablieren.

Bensdorf liegt kurz vor der Grenze nach Sachsen-Anhalt im Amt Wusterwitz. Dort will man das Dorfgemeinschaftshaus zu einem Technik-Campus entwickeln. Man möchte ein digitales Dorfarchiv schaffen, ein Repair-Café eröffnen, die digitale Bildung fördern und ein Dorf-WLAN samt Dorf-Wiki einrichten. Ein Projekt das an diesem Nachmittag herausstach, das die Gesamtkosten bei nur 15.000 Euro angesetzt sind, im Gegensatz zu den 3,0 Millionen im Kloster Lehnin.

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