Das sagt der Schwede Ola Jannhov zu den schwedischen Straßennamen in Borkwalde

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Borkwalde. Aktuell ist wieder einmal ein Straßenname in Borkwalde zu vergeben. Traditionell soll wieder eine schwedische Persönlichkeit Pate stehen, auch wenn der betreffende Ortsteil mit der “Schwedensiedlung” nicht mehr viel gemein hat. Jetzt hat “Zauche 365” eine interessante Wortmeldung des schwedischen Mitbürgers Ola Jannhov erreicht:

Ganz grundsätzlich

Als vermutlich einziger waschechter Schwede in Borkwalde äußere ich mich zu der Vergabe von Straßen-Namen mit schwedischen Vorbildern.

Ich bin die bisher vergebenen bzw. bereits geplanten Namen durchgegangen. Bis auf „Karlsson“ (gibt es da ein Vorbild / Namensgeber?) sind sämtliche Personen hinter den Namen Menschen, die ihre eigene Zeit überdauert haben und es weiterhin tun. Bisher sind Straßen nach Leuten benannt worden, die z.B. einem Besucher aus dem heutigen Schweden logisch und zusammenpassend erscheinen würden.

Entsprechend sind Selma Lagerlöf, Elsa Beskow und Astrid Lindgren künftig August Strindberg sehr gut gewählt, jedoch gehören weder Henning Mankell noch Stig Larsson in die selbe Kategorie Autoren. Sie sind beide großartige Erzähler, sehr spannend zu lesen, aber letztlich sind sie „nur“ zeitgenössische Roman-Unterhalter. Ihr zusätzliches Wirken, neben der Belletristik, ist vermutlich nur sehr gut informierten Insidern bekannt. Die erstgenannten Vier haben aber die schwedische Sprache und Kultur mitgeprägt.

Um es mit den deutschen (Straßen-)Namen in Borkwalde zu vergleichen: Würde eine Helene-Fischer-Straße neben die Haydn-, Mozart- und Beethoven-Straßen passen? Obwohl Frau Fischer vermutlich heute für viel mehr Menschen viel größere Bedeutung hat, als die Komponisten der Klassik, sind wir uns vermutlich bewusst, dass die großartige Unterhalterin nicht die Zeit überdauern wird, so wie die Komponisten es getan haben. Mankell und Larsson würden entsprechend nicht reinpassen in die bereits vorhandenen Straßennamen in Borkwalde.

Zu den bisher vorgeschlagenen Personen

Anna Lindh … hmm, ich vermute, dass sie über längere Zeit überwiegend wegen ihres tragischen Tods in Erinnerung bleibt. Um auch hier einen deutsch-schwedischen Vergleich anzudeuten: Mit Olof Palme ist es wie mit Konrad Adenauer – als Namensvorbild schwer etwas falsch zu machen. Aber bei Anna Lindh wäre z.B. Guido Westerwelle das passende Pendant (Außenmister, früh gestorben, aber vermutlich kein Vorbild, was die Zeit überdauern wird.)

Da wäre Dag Hammarskjöld als Namenspate besser geeignet. Immerhin war er UN-Generalsekretär (und ist auch tragisch ums Leben gekommen).

Bei LM (Lars Magnus) Ericsson (mit zwei „ss“), ja ein Erfinder von Format.

Wer käme noch in Frage?

Die Motive der schwedischen Banknoten könnten richtunggebend bei „großen“ Namen herhalten:

Meine Vorschläge

Meine eigenen Vorschläge wären entweder Evert Taube oder Carl Michael Bellman, beide Nationaldichter und Musiker, die die schwedische Sprache und Kultur mitgeprägt haben. Und wenn man sich die „Planstraße D“ von oben anschaut, hat sie was von einer Harfe, diese kleine Ausführung, die in der Hand gehalten wird. Also passend zu Musikern.

Bei Evert Taube würden wir allerdings eine interessanten Aussprache-Verwirrung haben: auf schwedisch wird er nicht wie der Vogel sondern „Tob“ mit einem „o“ wie in „Ofen“ gesprochen.

Bei der Gelegenheit

Anni-Frid Lyngstad ist eine Norwegerin.

Elsa Brändström soll ein „ä“ und kein „a“ im Namen haben.

Und falls man Google informieren könnte: Die Ingrid-Bergman-Straße heißt auf Google falscherweise Bergmann mit zwei „nn“.

(Ola Jannhov)

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