Auf dem Weg zum Freizeitpark am Wasserturm: Skateanlage in Beelitz eröffnet

Beelitz. Davin, Linus und ihre Kumpel sind selig: Auf Fahrrädern und Stunt-Scootern – speziellen Rollern, die besonders leicht und stabil sind – ziehen die Beelitzer Jungs unermüdlich ihre Kreise im neuen Skatepark nahe des Wasserturms. Sie springen über die Rampen, drehen sich, sausen durch die „Bowl“, eine Grube, die tatsächlich an zwei ineinander übergehende Salatschüsseln erinnert. „Das ist echt cool hier“, sagt der Zwölfjährige Davin. Und der gleichaltrige Linus setzt hinzu:

„Solche Anlagen haben wir bisher nur auf Youtube gesehen.“

Beelitz, SkaterparkMan habe hier nun viel mehr Möglichkeiten als auf der alten Anlage in der Virchowstraße – und es fährt sich wesentlich besser.

„Jetzt haben wir die Chance zu trainieren und können dann auch auf Anlagen in Berlin gleich richtig einsteigen.“

In dieser Woche ist der neue Skatepark offiziell eröffnet worden. In Anbetracht der Investitionskosten von gut 700 000 Euro und der Bedeutung des Projektes für den Beelitzer Nachwuchs wäre ein feierlicher Akt durchaus gerechtfertigt gewesen – allerdings wurde aufgrund der Corona-Eindämmung nichts daraus. Beteiligt waren an dem Vorhaben neben der Stadt Beelitz sowie Land und Bund als Fördermittelgeber vor allem das Berliner Planungsbüro SWUP, die Firma X-Move, die sich auf solche Anlagen spezialisiert hat, sowie das Beelitzer Bauunternehmen Schielicke und weitere Beteiligte aus der Stadt und der Region.

Beelitz, Skaterpark

Seit dem Frühjahr liefen die Arbeiten an dem Areal direkt hinter dem Sally-Bein-Gymnasium, zu dem neben der großzügigen Skatefläche – der „Plaza“ – auch eine sogenannte „Chill-Out-Area“ in Form eines Holzdecks, auf dem man lümmeln kann, sowie drei Bodentrampoline gehören. Auch die Zuwegung von der Karl-Liebknecht-Straße aus wurde – einschließlich der Beleuchtung – im Zuge des Bauvorhabens neu angelegt. Bürgermeister Bernhard Knuth erinnerte daran, dass es auf der alten, kleineren Anlage in der Virchowstraße in der Vergangenheit Lärmbeschwerden der Anwohner gegeben hatte:

„Mit der Landesgartenschau haben sich auch in diesem Bereich für uns völlig neue Möglichkeiten ergeben“.

Die Skateanlage ist der erste Schritt auf dem Weg zum geplanten Freizeitpark am Wasserturm, der mit insgesamt sechs Millionen Euro aus dem Programm „Zukunft Stadtgrün“ gefördert wird. Bis 2022 soll am Hang zum Bahnhof hin auch ein neues Freibad entstehen, im dritten Bauabschnitt wird der Park an sich überarbeitet und unter anderem mit Sportgeräten versehen. „Es ist ein Vorhaben, das vor allem einer Bevölkerungsgruppe zugutekommen wird: Der Jugend, die in den letzten Jahren vielleicht ein wenig zu kurz gekommen ist“, erklärte der Bürgermeister:

„Mit dem Skatepark haben sie jetzt einen Ort, der ganz auf ihre Bedürfnisse und Interessen ausgerichtet ist.“

Immerhin waren die Planer im Vorfeld an die Schulen gegangen und sind mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch gekommen, wie man so eine Anlage besonders attraktiv gestalten kann.

„Das Besondere an dem Beelitzer Skatepark ist, dass er für jeden einzelnen eine Entwicklungsmöglichkeit bietet“, erklärte Planer Martin Steinbrenner. Die Anlage sei eben nicht nur etwas für Anfänger, oder nur für Fortgeschrittene oder Profis, sondern ermögliche es den Skatern, ihr Geschick immer weiter zu verbessern. Dass die künftigen Nutzer von Anfang an ein Mitspracherecht hatten, begründete der Planer so:

„Kinder und Jugendliche nutzen öffentliche Räume ganz anders als Erwachsene.“

Deshalb wäre zum Beispiel ein Holzdeck, auf dem man liegen, hocken, stehen oder sitzen kann, auch sinnvoller als ein paar Bänke. Auch an die Möglichkeit, kreativ zu werden, wurde gedacht: Die Schutzwand auf der östlichen Seite kann von Sprayern genutzt werden. Der Anfang wurde zur Eröffnung mit dem Beelitz-Logo und einem Signet des neuen Parks gemacht – wenn auch mithilfe einer Schablone. Und als Bürgermeister Knuth den jungen Leuten dann auch noch erklärte, dass es obendrein einen kostenfreien W-Lan-Hotspot für die Smartphone-Internetverbindung geben wird, waren sie ganz hin und weg. Immerhin können so die neuesten Tricks, welche man mit Skateboard, Scooter oder Fahrrad hinbekommt, auch gleich auf Foto und Video festgehalten und fleißig an Freunde verschickt werden – oder man lädt sie gleich auf die Internetplattform Youtube hoch. Andersherum kann man sich Videoclips von Profis anschauen und deren Tricks gleich nachmachen.

Beelitz, Skaterpark

Auch auf das künftige Freibad – derzeit wird ein Bebauungsplan für das Projekt aufgestellt – wurde schon mal ein Ausblick gegeben: Anders als bei einem klassischen Natur-Bad wird das Becken über einen festen Untergrund verfügen – so wie bisher im Freibad. Allerdings wird das Wasser nicht mehr gechlort, sondern über einen Pflanzengürtel, der von einer Brücke aus erkundet werden kann, natürlich aufbereitet. Neben einer Liegewiese wird es auch eine Hangrutsche und einen Sprungturm geben – und ein Sprungbecken, das zum Teil oberirdisch liegt und in das man durch ein Glasfenster hineinschauen kann. Wenn also jemand vom drei-Meter-Brett einen Sprung wagt, können Freunde und Familie zuschauen, wie er eintaucht.

Auch diese Aussichten sorgen bei Davin, Linus und den anderen für Vorfreude. Aber erst einmal sind sie im neuen Skatepark beschäftigt – und der dürfte so schnell nicht langweilig werden.

Ein Video zur Eröffnung finden Sie auf https://beelitz.de/tollkuehne-tricks-in-der-salatschuessel/

(Thomas Lähns)

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