Dorfkirche Cammer zur „Kirche des Monats“ gewählt

 Cammer. Im Monat Juni wurde die Dorfkirche Cammer durch den Förderverein Alte Kirchen zur „Kirche des Monats“ gewählt. Damit will der Verein die Bemühungen der Kirchengemeinde um den Erhalt der Kirche würdigen.

„Der Tourismusverein Zauche-Fläming (TZF) freut sich über diese Auszeichnung, denn gerade zwischen Borkwalde, Borkheide, den Bork-Dörfern(Alt Bork und Deutsch Bork), Brück und seinen Ortsteilen und Linthe sowie Golzow und Planebruch gibt es eine Vielfalt an besonders sehenswerten Kirchenbauten, die zu besuchen lohnt“, lädt Andreas Koska ein. Eine Fahrradrundfahrt zu den Kirchen ist immer ein Erlebnis, die meisten sind als „Offene Kirche“ auch zu besichtigen.

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Die Dorfkirche von Cammer

Die Dorfkirche von Cammer ist im Ursprung ein mittelalterlicher Feldsteinbau, der 1775 in Backstein nach Osten erweitert wurde und Ende des 19. Jahrhunderts eine Apsis erhielt. Zur Zeit des ersten Umbaus erhielt der Turm seinen heutigen Aufsatz; auch die Fensteröffnungen wurden vergrößert. Eine Bronzeglocke im Turm stammt aus dem Jahr 1471. Bei einer Sanierung der Kirche 1975, bei der zahlreiche Einwohner finanziell und durch Eigenleistung kräftig mithalfen, wurden die Außenwände mit einem DDR-typischen Rauhputz „entstellend verputzt“ (Dehio 2012).

Doch nicht nur aus ästhetischer Sicht wurde dies zum Problem. Durch das stark zementhaltige Material konnte das Mauerwerk nicht „atmen“, was zu gravierenden Feuchtigkeitsschäden führte. Bei einer Schadensanalyse 2011 geriet besonders der bereits schief stehende Kirchturm in den Blick. Das Gebälk war verfault, die Statik gefährdet, so dass die Turmkonstruktion in einem Artikel der Märkischen Allgemeinen Zeitung als „verfaultes Gerippe“ bezeichnet wurde. Auch der Potsdamer Architekt Wolfdietrich Max Vogt meinte damals:

„Wir wundern uns eigentlich, dass der Turm noch steht.“

Nach einigen Verzögerungen konnte mit Hilfe von Geldern aus dem Staatskirchenvertrag bis 2014 schließlich die Sanierung des Kirchturms und des Kirchenschiffes durchgeführt werden. Das Gotteshaus erhielt nach Abschluss der Instandsetzungsarbeiten einen atmungsaktiven Kalkputz.

Allerdings wurde aus denkmalpflegerischen Gründen entschieden, bisher vorhandene Regenrinnen nicht mehr anzubringen und stattdessen die Regenfeuchtigkeit mittels einer wasserabführenden Lehmschicht vom Gebäude wegzuleiten. Nun, einige Jahre später, musste festgestellt werden, dass diese Maßnahme nicht ausreichend war. Besonders im Bereich der Apsis kam es erneut zu Feuchtigkeitsschäden. Es wurde beschlossen, nun nachträglich doch eine Dachrinne zu installieren und so in Kombination mit Sperrmaßnahmen und einer guten Wasserabführung im Gelände die Feuchtigkeit endgültig vom Kirchengebäude abzuleiten. An der Finanzierung der inzwischen genehmigten Maßnahme wird sich auch der Förderkreis Alte Kirchen beteiligen.

Erst wenn sichergestellt ist, dass keine neuen Feuchtigkeitsschäden entstehen, kann auch an die Restaurierung des Innenraumes gedacht werden. Dies wünscht sich auch die Kirchengemeinde, zu der – für brandenburgische Verhältnisse erstaunlich – noch etwa 50 % der etwa 400 Einwohner des Ortes zählen. Übrigens hat der TZF schon vor Jahren eine Kirchenrundfahrt ausgearbeitet, die auf Wunsch jederzeit angeboten werden kann.

(ako)

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