Cammer. Die Gemeindevertretung Planebruch hat in ihrer Sitzung am 23. März 2026 den Weg freigemacht: Ab dem 1. Mai diesen Jahres dürfen sich Paare im Gutspark von Cammer offiziell das Ja-Wort geben. „Egal ob Mann und Frau, Frau und Frau oder Mann und Mann, jeder wie er mag, das wird jetzt möglich sein“, sagte Amtsdirektor Mathias Ryll. Auch Bürgermeister Stephan Burow ist angetan. „Es ist eine schöne Sache“, glaubt der Gemeindechef.
Die erste Trauung ist auch schon terminiert, sie findet unter den Eichen, Buchen und Kastanien am 26. Juni 2026 statt.
„Tatsächlich war es die Anfrage, die uns veranlasst hat zu prüfen, ob es machbar ist“, sagte Ryll, und die Prüfung ergab, dass es geht. Eine wichtige Voraussetzung war, dass es bei schlechtem Wetter die Möglichkeit gibt, in Innenräume auszuweichen. Das ist mit dem Gemeindehaus Cammer gegeben. „Wer die Heirat im Park wünscht, muss immer das Gemeindehaus mit mieten“, erläuterte Ryll.
Mit dem einstimmigen Beschluss folgte man dem Verwaltungsvorschlag. „Das Standesamt Brück möchte zukünftig eine Außenstelle für standesamtliche Eheschließungen, welche auch unter freiem Himmel stattfinden können, etablieren. Dafür bedarf es einer Location, welche sowohl eine ‚Schlechtwettervariante‘ als auch eine gewisse Privatsphäre bietet“, heißt es in der Vorlage. Vorerst soll es einen Probebetrieb geben.
„Ab dem 1. Mai 2026 sollen dann standesamtliche Eheschließungen in Cammer – vorerst einmal im Monat – ermöglicht werden. Je nach Auslastung des Standesamtes und Inanspruchnahme des Trauortes soll das Konzept weiterentwickelt werden“, hat die Amtsverwaltung mitgeteilt, falls es angenommen wird, könnte es zu einer Dauerlösung werden.
Die Frage der Abgeordneten Aline Liebenow, ob man sich weitere Außenstellen des Standesamtes vorstellen könnte, bejahte der Amtsdirektor grundsätzlich. Auf die Frage, ob die Bockwindmühle dafür in Frage käme, wie schon in den Vorjahren diskutiert, reagierte er abwartend. „Erstmal haben wir in Cammer schon eine Außenstelle, wenn, dann sollten erst Möglichkeiten in den anderen Gemeinden geprüft werden, so war auch das Flugzeug IL18 in Borkheide dafür im Gespräche“, sagte Ryll.
Wie vielfältig die Angebote sein können, zeigt der Blick in die Gemeinde Wiesenburg, deren Standesamt auch Niemegk mit betreut. Dort können in der Orangerie oder dem Schlosspark Ehen geschlossen werden, daneben sind das Turmzimmer im Schloss Wiesenburg, die St.Marien-Kirche und die Kunsthalle im Ort, die Burg Rabenstein, das Rathaus Niemegk, das Restaurant „Alte Schmiede“ in Lühnsdorf sowie die Kirche am Gutshof Schmerwitz im Angebot. Alle werden gut beworben und gut angenommen.
Etwas, dass sich auch Nino Winkelmann wünscht. „Wir müssen den Trauort bewerben“, forderte der Abgeordnete. Der Ortsvorsteher von Cammer, Lars Charlier, könnte sich auch die erwähnte Bockwindmühle dafür vorstellen. Dann könnte er neben der Trauung auch den Brauch der „Vermehlung“, ebenfalls eine alte Tradition, in Cammer wieder beleben.

(Artikelfoto: Hochzeitszeremoniebeobachter)
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