Potsdam-Mittelmark. Der zweite Sonntag im September, in diesem Jahr der 14. September, gehört traditionell den Denkmalen, dann öffnen viele sonst verschlossene historische Stätten ihre Türen und laden interessierte Besucher ein. In diesem Jahr ist die Beteiligung im Fläming und der Zauche recht überschauber. Offiziell haben sich nur fünf Standorte beim Veranstalter der „Stiftung Denkmalschutz“ angemeldet.
In Bad Belzig öffnet die Briccius-Kirche an der Burg Eisenhardt
Die denkmalgeschützte Saalkirche stammt aus dem 14. Jh., Chor und Kirchturm sind vermutlich im 15. Jh. entstanden. Im 30-jährigen Krieg wurde das Bauwerk stark beschädigt und 1663 wieder aufgebaut. 1903 bis 1936 erfolgten Sanierungen. Die Orgel auf der Westempore wurde im Jahr 1949 von der Werkstatt Alexander Schuke aufgebaut. Nach dreijähriger Sanierung wurde im April 2018 die Kirche feierlich wieder ihrer Nutzung übergeben.
Am Sonntag kann man die sonst geschlossene Kirche bei Führungen besichtigen und sich beim Kaffee und Kuchen mit den Verantwortlichen austauschen.
Drehbrücke und Villa in Götzer Berge
Die ehemalige Ziegeleibesitzervilla mit einem Landschaftspark, der schon vor 1880 angelegt wurde, mit Wasserturm, Teichanlage und Grotte sind im Detail zu besichtigen. Die Villa liegt nördlich des Götzer Berges.
Die Villa ist in den 1970er Jahren zum Schulungs- und Erholungsheim des FDGB umgebaut worden, es gibt auch einen Anbau eines Bettenhauses. Der Schaugarten mit historischem Mauerwerk wurde 2014 saniert.
Am Sonntag gibt es um 11.00, 13.00 und 14.30 Uhr Führungen durch Villa und Park. Bei Interesse geht es auch zu der alten Drehbrücke über den Stichkanal.
Gutshaus in Krahne lädt ein
Seit 1351 gehörte Krahne der Familie von Rochow. Die Anlage ist durch Gutshaus, Nebengebäude und Gutspark noch heute gut erkennbar. Das Gutshaus wurde 1898 errichtet und nach 1901 erweitert und zwischen 2016 und 2023 restauriert. 2019 fand eine umfassende Hüllensanierung statt. Der hintere Teil des Erdgeschosses dient als Wohnraum, Atelier und Galerie.
Der vordere Teil des Erdgeschosses, der unter anderem Galerieräume und zwei Ferienwohnungen umfasst, wurde zwischen 2020 und 2022 restauriert.
Um 12.00 und 15.00 Uhr werden Führungen angeboten.
Dazwischen gibt es Kaffee, Kuchen, Erfrischungsgetränke und einen kleinen Imbiss. Außerdem kann man die aktuelle Sommer-Ausstellung von Volkmar Herre und Martina Breyer in den Galerieräumen besuchen.
Hofmanns Ringofen Glindow
Glindow und sein Ziegeleimuseum ziehen viele Besucher an. Am Sonntag fällt das Augenmerk auf den original kreisrunden Ringofen. Er hat 14 Brennkammern, die mit Kohlenabrieb befeuert wurden. Der Ofen in Glindow stammt aus dem Jahr 1868. Hier gab es die Produktion von glasierten und unglasierten Ziegeln in allen Varianten.
Eine Besichtigung des Denkmals ist von außen und innen möglich. Dabei wird der künstlerische Umgang mit historischen Arbeitsmitteln der Ziegler, teils interaktiv, präsentiert und angeboten. Im Einzelnen beginnt der Tag um 10.00 Uhr mit einem Basar, bei dem auch der Verkauf von Formsteinen und Terrakotten aus dem Nachlass der Ziegelei stattfindet.
Es gibt außerdem eine Ausstellung keramischer Arbeiten von Martin Grade, Keramiker der Keramischen Werkstätten Glindow, mit eigenen Kunstwerken. Grade ist bekannt durch die Betreuung externer Künstler, z.B. Kunst-am-Bau; Spezialaufträge wie Formsteine, Terrakotten, Fliesen.
Um 12.00 und 17.30 Uhr wird es sportlich, dann startet Yoga mit Beate Weck – unter freiem Himmel zwischen Feuer und Wasser. Beate Weck schafft eine Verbindung zwischen Yoga und Ziegelei. „Yoga ist eine Praxis, die Körper, Geist und Seele weiterentwickelt und verändert. Diese innere Transformation verbindet mit der derzeitigen Transformation der alten Ziegelei“, heißt es im Programm. Die zertifizierte Yogalehrerin Beate Weck bietet auf dem Gelände der alten Ziegelei am Glindower See Yoga zum Mitmachen an. Eine halbe Stunde ist für die Übungen vorgesehen.
Im Gewölbe des Hoffmannschen Ringofens ist ein Tonstudio im Aufbau. Hier wird Musik entwickelt, produziert und aufgenommen. Tonstudio-Betreiber Robin Wittkowski zeigt sein Schaffen mit einem Konzert mit einer hier agierenden Band. Um 13.00 und 18.00 starten die Konzerte, die etwa eine Dreiviertelstunde dauern.
Zwischen 14.00 und 17.00 Uhr starten halbstündlich Workshops unter dem Titel „Aus Altem Neues Schöpfen“, Papierschöpfen mit Kathrin Wunnicke-Schmid ist dabei angesagt. Dabei werden alte papierene Ziegeleifundstücke benutzt und daraus sollen Papierseiten und – skulpturen entstehen.
Und schließlich wird es um 15.00 Uhr eine „Prickelnde Vorstellung“ geben. Der Künstler Thomas Bratzke wird seine Intervention „Prickelnde Vorstellung“ an der Außenhaut eines Ziegeleigebäudes auf dem Gelände der Ziegelei durchführen. Sie befasst sich mit der Wahrnehmung der Gesundheit eines Gebäudes in seinem geschichtlichen Umfeld und seiner körperlichen Verbindung zu uns. Ziegeleigebäudes.
Heizkraftwerk in Beelitz-Heilstätten
Das Heizkraftwerk kann am Samstag und Sonntag um 15.00 Uhr besichtigt werden. Dabei kann die historische Kraftwärmekopplung nachvollzogen werde. Die Aktiven des Betreibervereins führen in die verborgene Ecken und zeigen sanierte Geräte. Spannende Geschichten und persönliche Erfahrungen werden mitgeteilt.
1898 begann der Bau der Beelitzer Heilstätten als soziale, medizinische und technische Mustereinrichtung. Ein 200 ha großes Gelände für ansteckende und nicht ansteckende Krankheiten. Es wurde völlig autark durch ein zentrales Heizkraftwerk versorgt. Es war das erste Fernheizkraftwerk Deutschlands mit Kraftwärmekopplung, eröffnet 1902. Seit 1996 besteht ein Förderverein. Im Kraftwerk erzählen historische Figuren die Geschichte. Auch die historische Apotheke hat geöffnet.
Genaue Informationen und Adresse erhalten sie unter der folgenden Adresse:
(Artikelfoto: Kunstgut Krahne)
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