Golzow. Nur sechs der elf Mitglieder der Gemeindevertreter haben dem Haushaltsentwurf der Gemeinde Golzow in der Sitzung am 17.02.26 im Bürgerhaus der Gemeinde zugestimmt, der Rest enthielt sich, nach durchaus heftiger Kritik, der Stimme.
So kritisierte Matthias Weise die späte Zusendung der Unterlagen sowie mangelnde Kommunikation der Verwaltung. Weise ist Fraktionsvorsitzende der Wählergruppe Unser Golzow.
Auch sein Gegenüber, Christian Köppel von der Freiwilligen Feuerwehr (FF), äußerte Kritik am Vorgehen. „Wir haben den Haushalt intensiv vorbesprochen und finden einiges nicht wieder. Dabei gibt es immer wieder eine Diskrepanz zwischen der Planung und dem dann Tatsächlichen. Wir haben das Jahr immer besser abgeschlossen“, sagte Köppel und forderte, dass sich die Kämmerei von der Schwarzmalerei verabschiedet.
Als Beispiel mag das letzte abgerechnete Jahr 2024 dienen. Da lag das Ergebnis um 873.000 Euro besser als geplant, was sowohl an Mehreinnahmen als auch geringeren Ausgaben gelegen hat.
Jetzt hat der Haushalt wiederum ein Defizit von rund einer halben Million Euro, bei einem Umfang von etwas unter vier Millionen Euro.
Deshalb wird man in diesem Jahr das Augenmerk vor allem auf die Badsanierung richten. Hier rechnet man mit Ausgaben von 2,4 Millionen Euro, allerdings abhängig von Förderzusagen. So hofft man auf Mittel aus dem Sonderfonds der Bundesregierung sowie eine Förderung aus LEADER-Mitteln der EU. Im Haushalt sind die Planungsleistungen von 48,7 Tausend Euro abgesichert.
Des Weiteren ist der Bau einer Haltestelle mit 57.000 Euro vermerkt, auch hier hängt der Bau von einer Förderung ab, diese soll 52.000 Euro betragen.
Für die Planung eine Sanierung der Ortsdurchfahrt Grüneiche wurde 46.000 Euro aus dem Vorjahr übertragen. Mit dem Bau rechnet man erst in den beiden kommenden Jahren. „Auch wenn das Geld da wäre, wir haben keine Personalkapazitäten, um dieses Projekt jetzt noch anzugehen“, betonte Amtsdirektor Mathias Ryll und bremste damit die Hoffnungen einiger Abgeordneter, dass man die Sanierung noch in diesem Jahr beginnen könnte. Auch einer Geschwindigkeitsreduzierung und einem LKW-Durchfahrtsverbot, den einige im Dorf wünschen, wurde eine Absage erteilt.
Übrigens soll der Gehweg in der Lehniner Straße im Jahr 2029 entstehen, so zumindest die Planungen.
Bürgermeister Ralf Werner appellierte an die Abgeordneten, dem Haushalt zuzustimmen, um die wichtigen Projekte in Angriff nehmen zu können. Bei einer Zurückstellung würde man erst im Mai einen neuen Entwurf erhalten, so der Bürgermeister. Peter Schmieder (FF) schloss sich den Worten des Bürgermeisters an und betonte, dass, falls notwendig, ein Nachtragshaushalt auf den Weg gebracht werden könnte.
Die, wie Anfangs beschrieben, beschlossene Satzung wird jetzt im Amtsblatt veröffentlicht.
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