Rädel. Spätestens mit Einbruch der Dunkelheit gehört der 31. Oktober dem Halloween. Dass an diesem Tag in Brandenburg auch ein gesetzlicher Feiertag ist, verdanken wir jedoch nicht der ehemals irisch, katholischen Tradition, sondern Martin Luther und der Tatsache, dass es die Kirche reformieren wollte und seine 95 Thesen an der Tür der Wittenberger Kirche angenagelt hatte. Es ist der Reformationstag, an dem die evangelischen Christen an das Ereignis erinnern, und man muss ehrlicherweise sagen, dass die Kirchen an diesem Tage nicht so gut gefüllt sind, wie am Abend die Bürgersteige.
In einigen Kirchengemeinden gibt es besondere Feiern, so in diesem Jahr in Rädel. Zum Reformationstag gab es in der Kirche einen mit Überraschungen gespickten Gottesdienst. Eigens dafür sind drei Seelsorgende gekommen: Pfarrerin Almuth Wisch aus Lehnin, Pfarrerin Almut-Susanne Gaedt aus Werder und Pfarrer Sebastian Mews aus Groß Kreutz.
Die Anwesenden konnten noch einmal die Geschichte von Martin Luther erfahren, der vor nunmehr 500 Jahren seine Thesen veröffentlichte. Gleichzeitig hat man der Pfarrerin Käthe Schwesig gedacht. Die resolute Frau war zwischen 1966 und 1986 Pfarrerin in Rädel. Zu der Gemeinde gehörten damals auch Emstal und Damelang.
Zwanzig Damelanger haben einen Kremser organisiert, mit dem sie quer über den Truppenübungsplatz über den Lehniner Damm zu dem besonderen Gottesdienst gekommen sind. Damelang gehört jetzt zur Gemeinde Golzow-Planebruch und der Lehniner Damm heißt in Rädel – Brücker Damm. Die Durchfahrt war übrigens mit der Bundeswehr abgesprochen und erlaubt.

Der Chor untermalte den Gottesdienst und die sich anschließende Lesung. Enkeltochter Dorit Schwesig verlas in Erinnerung an die ehemalige Pfarrerin einige Textpassagen aus den Lebenserinnerungen der Pfarrerin. Sie brachte das Publikum an mancher Stelle zum Schmunzeln.
Bei Kaffee und Kuchen, Pizza und bei wilder Suppe konnte bei gutem Wetter vor der Kirche zusammengesessen und gegessen werden. Viel kochte Frau Schwesig nicht, wie im Rädeler Kochbuch zu lesen ist, aber Griesflammerie gelang ihr immer. Das konnte probiert werden.
(Artikelfoto: v.l.n.r. Pfarrerin Almut-Susanne Gaedt, Pfarrer Sebastian Mews und Pfarrerin Almuth Wisch)
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