Vizegouverneur würdigt Volksdiplomaten des Friedensglockenpferdetrecks 2018

Stadt Brück. Endlich konnten sie wieder die Friedensglocke im Kreml von Weliki Nowgorod läuten! Wie wunderbar klingt sie doch. Erinnerungen überkamen die Brücker Volksdiplomaten!

Die Tierärztin Dr. Claudia Possardt, der Offizier Friedbert Enders, der berühmte Bioschweinebauer Bernd Schulz und Pfarrer Helmut Kautz hatten sich wieder auf die Reise in die Wiege der russischen Demokratie nach Weliki Nowgorod aufgemacht!

Volksdiplomaten, Nowgorod, Brück
Volksdiplomaten in Nowgorod

Beim Rundgang durch den Kreml wurden sie von einer fachkundigen Einwohnerin auf zwei phänomenale Details des Denkmals „1000 Jahre Russland“ aufmerksam gemacht:

Zum einen hat das Denkmal mit dem christlichen Kreuz an der Spitze die Form einer Glocke.

Zum anderen gibt es ein Relief, welches die weinende Marfa Borezkaja (die Statthälterin von Nowgorod) zeigt, wie sie 1478 über der zerbrochenen Wjetscheglocke von Nowgorod trauert. Diese Glocke rief das Volk von Nowgorod zur Volksversammlung (der Wjetsche) und war Kern der Demokratie. Nowgorods. Die Einrichtung, „die den Kern einer eigenständigen demokratischen Entwicklung in der russischen Geschichte hätte bilden können“ wurde brutal von Iwan III vernichtet. Nowgorod sank auf das Niveau eines Provinznestes herab. Den Friedensreisenden lief es heiß und kalt den Rücken herunter. Ohne es zu wissen, hatten sie und die über 100 Mitstreiter des Pferdefriedensglockentrecks von 2018 an die Glockengeschichte von Nowgorod vor 540 Jahren angedockt und erneut für den Frieden, Völkerverständigung und Demokratie ein Zeichen gesetzt. Auf der über 2000 km langen Reise haben sie die Friedensglocke geläutet und kleine Glocken an den 80 Stationen verteilt.

Wjetsche Glocke,Nowgorod
Wjetsche Glocke zerbrochen in Nowgorod

In Nowgorod wurden die Brücker von der Stadtverwaltung gebührend empfangen und absolvierten ein umfangreiches Programm.

Beratung, Schweinepest
Beratung über Schweinepest

Ganz praktisch wurde der Austausch und die Völkerverständigung beim Besuch von Veterinären in Nowgorod. Es ging um die afrikanische Schweinepest. Ernst besprachen sie Maßnahmen und Möglichkeiten der Bekämpfung dieser Geißel aller Schweinezüchter in Europa.

Vizegouverneur, Leningrader Gebiet
Beim Vizegouverneur vom Leningrader Gebiet

Vor Nowgorod besuchten sie St. Petersburg, die Stadt mit dem deutschen Namen. Der Vizegouverneur vom Leningrader Gebiet ließ es sich nicht nehmen, die adventlichen Friedensboten persönlich zu empfangen. Er bezeichnete die „Titanen on Tour“ als einen Akt von „narodnaja Diplomatia“ (Volkdiplomatie), wenn einfache Menschen aus Brück auf einfache Menschen in Europa treffen. Gemeinsam schwelgte man in Erinnerungen: “wenn man jetzt zurückblickt, denkt man, es war gestern!” Dankbar überreichte ihnen der Politiker einen Teller aus „Zarenporzellan“.

Luga
Delegation in Luga

Besonders herzlich war der Empfang in der ehemaligen geschlossenen Militärstadt Luga. Beim Erzählen der Familiengeschichten der Teilnehmer auf einem gemeinsamen Banja-Abend (russische Sauna) wurde die Verbundenheit und Verflechtung der europäischen Völker, sowie der jüdischen und christlichen Religion überdeutlich vor Augen geführt.

Luga: Eingedeckt für Banjaabend

Die Reisenden kamen da natürlich auf den Traum zu sprechen, 2025 mit Pferden eine neue Friedensglocke nach Jerusalem zu bringen. Nun soll vielleicht in Luga Militärschrott gesammelt werden, der dann in die neue Glocke umgeschmolzen werden kann. Die weihnachtliche Friedensstimmung kam so nicht nur durch den vielen Jolkaschmuck zum Ausdruck! Ganz praktisch lebt der biblische Traum auf:

„Sie werden Schwerter zu Pflugscharen schmieden!“

(Helmut Kautz / Pfarrer von Brück) 

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