Lutherfest in Brück/Rottstock

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Brück; Rottstock. Zum Lutherfest am Reformationstag konnte Pfarrer Helmut Kautz als Gast am Gottesdienst in seiner eigenen Kirche teilnehmen. Der Gottesdienst wurde nämlich von seinen Kollegen Pfarrerin Christine Moldenhauer, Pfarrer Daniel Geißler und Pfarrer Stephan Schönfeld gestaltet. Und es ging natürlich – wie sollte es anders sein – um Martin Luther. Dabei zeigte sich auch wieder, dass Kirche nicht unbedingt bierernst sein muss. Es darf auch ruhig gelacht werden.

Szenen aus dem Leben des Martin Luther

Und das wurde ausgiebig, denn Pfarrer Daniel Geißler zeigte wieder einmal sein schauspielerisches Talent. Vor den vollbesetzten Kirchenbänken spielte er gemeinsam mit Pfarrerin Christine Moldenhauer Szenen aus dem Leben des Martin Luther. Ganz speziell ging es um die Vorbereitung eines Gottesdienstes, an der Luther bis spät in die Nacht saß, dabei sang und musizierte und natürlich die Kinder aufweckte. Die Besucher des Gottesdienstes konnten sich wirklich in die Lage Luthers versetzen, und wer Pfarrer Daniel Geißler kennt weiß, das ganze ging nicht ohne Humor ab. Die Szene war nicht etwa aus der Luft gegriffen, so könnte es wirklich abgelaufen sein. Das Familienleben der Luthers gestaltete sich eh etwas anders, als in anderen Familien zu jener Zeit. Obwohl Luther zu den gut verdienenden jenes Zeitalters zählte, war nie ein großes Vermögen da. Kein Wunder, lud er doch beispielsweise ganz spontan 30 seiner Studenten zum Abendbrot ein. „Ich hoffe, du hast genug zu essen da“ war das einzige, was er seiner Frau dazu sagte.

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Die kleinste Bibel der Welt

Um die Bibel und Luther ging es anschließend auch auf dem Fest. Begrüßt wurden die Gäste mit verschiedenen, teilweise durchaus lustigen, Sprüchen zu Gott und dem Glauben. Am Eingang zum Hof konnte sich jeder einen Spruch auf einer Druckerpresse ausdrucken lassen. Diese stammte zwar nicht aus der Zeit, als von Gutenberg der Buchdruck erfunden wurde, sah aber fast genauso aus und arbeitete nach demselben Prinzip. Nur war sie etwas kleiner. Zuerst wurde die Farbe auf die Druckplatten aufgetragen, dann diese unter die Presse geschoben. Schließlich musste man mit einem Hebel Druck auf die Platten ausüben. Und das musste früher Blatt für Blatt wiederholt werden. Ein Job also für starke Männer. Und zeitaufwendig. Obwohl natürlich einfacher, als 1000 Bibelseiten mit der Hand zu kopieren. Und zwar mit Tinte und Feder. Im Bibelbus konnte sich die Besucher das damalige Schreibwerkzeug ansehen. Und in einer Kopie der Lutherbibel blättern. Die gibt es unter anderem auch in Blindenschrift. Und auf Hebräisch, was für die meisten nicht lesbar war. Man konnte aber auch etwas ganz Besonderes bewundern, nämlich die wahrscheinlich kleinste Bibel der Welt. Diese wurde mit einem dünnen Elektronenstrahl auf einen vier mal vier Millimeter großen Quarzglaschip hergestellt. Die auf 1200 Seiten eingravierte Schrift ist erst ab einer 1400 fachen Vergrößerung lesbar. Da dies physikalisch fast nicht mehr beherrschbar ist, kann sie nur mit besonders teuren Spezialmikroskopen gelesen werden.

Buntes Programm mit Bogenschießen und „Flämurium“

Trotz der niedrigen Temperaturen herrschte auf dem Hof des Gemeindehauses reges Treiben. Die Kinder freuten sich besonders über das alte Karussell, man konnte sich im Bogenschießen versuchen und Drechselarbeiten bewundern. Christina Zesche hatte wieder ein Programm vorbereitet, welches mit Spannung erwartet wurde. Und die Mittelalter-Tanzgruppe „Flämurium“ erfreute alle mit ihren Tänzen.

Fotografische Eindrücke vom Lutherfest 2019

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