Potsdam-Mittelmark: Saisonarbeit besser als ihr Ruf – Gute Vermittlungsquote im Saisonprojekt des Jobcenters MAIA

Potsdam-Mittelmark. Bereits seit 14 Jahren vermittelt das Jobcenter MAIA des Landkreises Potsdam-Mittelmark im Rahmen des bewährten Saisonprojekts Leistungsberechtigte in eine landwirtschaftliche Tätigkeit. An den vier MAIA-Standorten Werder/Havel, Bad Belzig, Brandenburg an der Havel und Teltow werden die Projektteilnehmer in ganz vielfältige Saisontätigkeiten in den umliegenden Landwirtschaftsbetrieben vermittelt – vom Verkauf über Aufgaben in Küche und Service bis hin zu Kraftfahrer-, Lager- und Helfertätigkeiten.

Mit der Vermittlung von Leistungsberechtigten in Saisonarbeit in der Landwirtschaft hat das Jobcenter MAIA die Firma „Der Landstreicher“ beauftragt. Projektleiter Dirk Johl fungiert als Schnittstelle zwischen den Landwirtschaftsbetrieben und den arbeitslosen Projektteilnehmern. Im Winter wird ein Pool von Bewerbern aufgebaut und zu Beginn der Saison melden die landwirtschaftlichen Betriebe Personalbedarfe, die Herr Johl oft sehr kurzfristig bedienen kann.

Projektleiter Dirk Johl: „Das Konzept geht auf“, und erklärt:

„Für das Saisonjahr 2018/2019 haben wir eine Vermittlungsquote von 54% zu verzeichnen. Damit konnten über die Hälfte der Projektteilnehmenden in eine regelmäßige Saisonbeschäftigung vermittelt werden, was wir als Erfolg werten.“

Konkret haben im Saisonjahr 2018/2019 insgesamt 121 Langzeitarbeitslose an dem Projekt teilgenommen haben, 66 von ihnen gingen erfolgreich in ein saisonales Arbeitsverhältnis. Die höchsten Teilnehmerzahlen im Projekt wiesen die beiden MAIA-Standorte Bad Belzig und Werder/Havel auf. Mit 46 Teilnehmenden und 29 Vermittlungen hatte der Standort Bad Belzig die höchste Teilnehmer- und Vermittlungszahl zu verzeichnen. In Teltow traten zwar nur sechs Projektteilnehmer ein, doch vier wurden in Saisonarbeit vermittelt. Genau das entspricht dem eigentlichen Ziel des Saisonprojekts. „Unser Anliegen ist es, langzeitarbeitslose Menschen durch die Saisonarbeit in ein regelmäßiges Beschäftigungsverhältnis zu vermitteln und ihnen damit wieder einen richtigen Arbeitsalltag zu ermöglichen“ beschreibt Johl. Hier komme es vor allem auf das Prinzip der Freiwilligkeit an. Es mache wenig Sinn Leistungsberechtigte zur Saisonarbeit zu verpflichten. Vielmehr sind sie es selbst, die aktives Interesse an der Saisonarbeit zeigen und damit die Möglichkeit sehen, aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen.

„Die Saisonarbeit macht was mit den Menschen. Allein das Gefühl gebraucht zu werden, Sinnvolles zu tun und einen geregelten Alltag zu haben, stärkt sie enorm in ihrer Selbstwirksamkeit. Dies wirkt sich bei den meisten sehr positiv auf ihr bisheriges Leben aus. Wenn wir das erreicht haben, hat sich die Saisonarbeit schon dreimal gelohnt.“

Das Beispiel von Andre Wenkel, 51 Jahre, aktuell in der Firma Gartenbau Busch GbR mit Sitz in Damsdorf tätig, zeigt die nachhaltige Wirkung des Saisonprojekts. „Ich war vor zehn Jahren bereits im Saisonprojekt der MAIA tätig, dann arbeitete ich jahrelang woanders. Auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung erinnerte ich mich sofort an Herrn Johl und rief ihn an. Danach war alles in Sack und Tüten. Es sollte zu den Schmorgurken nach Werder gehen“, so Herr Wenkel. Von März bis Oktober arbeitet er nun ganz im Dienste des beliebten Küchenklassikers täglich in den Gewächshäusern von Manfred und Michael Busch und kümmert sich um die Bepflanzung, Pflege und Ernte der Gurken. „Hätte ich Herrn Johl nicht mehr im Hinterkopf gehabt, wäre ich wahrscheinlich noch Zuhause“ erzählt Herr Wenkel, der in Töplitz wohnt. Auch der Betrieb ist froh, fleißige Mitarbeiter wie Andre Wenkel zu haben und ihnen eine Perspektive bieten zu können.

Die Attraktivität des Projekts zeigt sich im Saisonjahr 2018/2019 auch darin, dass von den insgesamt 121 teilnehmenden Saisonkräften 83 erstmalig dabei waren. Auch unter den 66 vermittelten Saisonkräften waren ganze 31 Personen Erstteilnehmer. Aufgrund abnehmender Arbeitslosenzahlen sinken zwar seit 2016 die Teilnehmer- und Vermittlungszahlen im Saisonprojekt der MAIA kontinuierlich, dafür steigt der Bedarf an Saisonkräften.

Fachbereichsleiter Bernd Schade ist das Saisonprojekt aus zwei Gründen wichtig:

„Einerseits bieten wir damit Leistungsbeziehern der MAIA die Möglichkeit, wieder zu arbeiten und außerdem unterstützen wir landwirtschaftliche Unternehmen, die es zunehmend schwer haben, Saisonpersonal zu finden.“

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