Borkwalde: Baumkönigin und Baumprinzessin pflanzten Flatter-Ulme im Tipidorf

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Borkwalde. Das Tipidorf und der Kulturverein Zauche e.V. feierten am Wochenende ein Frühlingsfest. Es kamen nicht nur zahlreiche Eltern mit ihren Kindern, sondern auch zwei Hoheiten. Zu Gast waren die aktuelle deutsche Baumkönigin, Caroline Hensel, und die erste Borkwalder Baumprinzessin, Lotta Riemer.

Die 26-jährige Hensel ist bereits die zweite Baumkönigin, die nach Borkwalde gekommen ist. Im vorigen Jahr pflanzte Anne Köhler in diesem Amt den „Baum des Jahres 2018“, die Ess-Kastanie, in den Tempelwald. Ihre Krone, ein Hut aus Ahornholz, hat sie an Hensel weitergegeben, die sich in diesem Jahr für die Flatter-Ulme als „Baum des Jahres 2019“ engagiert.

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Caroline Hensel – Deutsche Baumköigin 2019

Hensel, die TU Dresden Forstwissenschaft studiert, begründete ihren Einsatz mit zwei Besonderheiten dieser Ulmenart. Zum einen ist sie die einzige europäische Baumart mit Brettwurzeln. Zum anderen ist sie anders als die beiden anderen in Deutschland heimischen Ulmenarten, die Feld- und die Bergulme, immun gegen die Ulmenkrankheit. Diese wurde aus dem asiatischen Raum durch den Holzhandel eingeschleppt. Dabei löst ein mikroskopisch kleiner Pilz im Holz der Ulmen Verstopfungen der Wasserleitungsbahnen aus. Dadurch vertrocknen zuerst einzelne Kronenäste, letztlich aber meist die gesamte Baumkrone. Trotz dieser Immunität gehört die Flatter-Ulme zu den bedrohten Arten, da sie Feuchtwälder und Flussauen bevorzugt, die es immer weniger gibt. In sechs Bundesländern steht sie auf der Roten Liste. Nur in Brandenburg und in Mecklenburg-Vorpommern gibt es sie noch in größerer Zahl. „Ich will die heute kaum noch bekannte Flatter-Ulme wieder stärker in das Bewusstsein der Gesellschaft rücken und zu ihrem Erhalt beitragen“, erklärt Hensel. Übrigens hätte es in diesem Jahr erstmals einen Baumkönig geben können, aber es hatte sich niemand um das Amt beworben.

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Lotta Riemer & Caroline Hensel

Lotta Riemer war gefragt worden, ob sie Baumprinzessin werden möchte, und hatte sofort sagte ja. Noch fremdelt sie zwar etwas mit ihrem ungewohnten Amt, meistert aber ihre Sache hervorragend. Die Idee einer Borkwalder Baumprinzessin geht auf die Leute vom Tipidorf um Ulrike Petrus und Gerhard Schubert zurück. Sie wollen dafür werben, dass auf den privaten und gemeindlichen Grundstücken nicht nur Bäume gefällt, sondern auch Bäume gepflanzt werden. Wer sich also anregen lässt, auf seinem Grundstück einen Baum zu pflanzen, der kann sich an die Baumprinzessin wenden und einen Baum seiner Wahl vergünstig bekommen und außerdem mit hoheitlicher Unterstützung einpflanzen. Das muss also nicht die Flatter-Ulme sein, die für die meisten Grundstücke mit bis zu 35 Metern wohl auch zu groß werden dürfte.

Die eigentliche Pflanzaktion auf dem Gelände des Tipidorfes war schnell erledigt. Baumkönigin Hensel und Baumprinzessin Riemer bekamen viel Unterstützung von den begeisterten Kindern. Die hatten auch gar keine Probleme damit zu erraten, woher die Flatter-Ulme ihren „komischen“ Namen hat. Ihre Blüten und Früchte sind langstielig und flattern daher viel stärker als die der kurzstieligen Ulmenarten im Wind. Rund um die Pflanzaktion gab es Kaffee und Kuchen und für die Kinder viele Möglichkeiten, sich auszuprobieren. Der Wald im Tipidorf bietet unendliche Möglichkeiten.

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Auch einige Borkwalder Politiker ließen es sich nicht nehmen, bei der lebhaften Baumpflanzung vorbeizuschauen. Sie schauen regelmäßig vorbei, nicht nur in Wahlkampfzeiten. Bürgermeisterin Renate Krüger (LINKE) unterstützt das Tipidorf von Anfang an. Matthias Stawinoga (SPD) findet, dass „mit dem Tipidorf ein ganz toller Ort entstanden ist, der von vielen Kindern und ihren Eltern angenommen wird“. Dass jedes Jahr hier ein neuer Baum des Jahres gepflanzt wird, freut insbesondere Heribert Heyden (GRÜNE):

„So kommen wir der Idee des Waldumbaus näher. Das Tipidorf ist eine Bereicherung für unseren Ort. Besonders anerkennungswert ist, dass es sich um eine private Initiative handelt.“

Zu den aktuellen Diskussionen in Borkwalde und Umgebung über den geplanten Einsatz von „Karate Forst flüssig“ wollte sich die Baumkönigin übrigens nicht äußern:

„Ich weiß zu wenig darüber und habe außerdem keinen Anlass, an der Kompetenz der hiesigen Forstleute zu zweifeln.“

Pflanzen Sie Ihren Baum!

Wenn Sie nicht nur so für sich einen Baum auf Ihr Grundstück pflanzen wollen, dann nehmen Sie Kontakt zur Borkwalder Baumprinzessin auf:

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