Proteste gegen “Karate Forst flüssig” in den Zauche-Wäldern – Ein Kommentar

Fichtenwalde, Borkwalde, Borkheide. In Fichtenwalde standen sich mit Förstern und Einwohnern zwei Gruppen unversöhnlich gegenüber (siehe HIER), die eigentlich dasselbe wollen, nämlich das Ökosystem Wald erhalten und mit dem Waldumbau dem Klimawandel trotzen. Das liegt wohl daran, dass sich die eigentlichen Kontrahenten rar gemacht hatten: Die Waldbesitzer, der sich dem Waldumbau entziehen, und die Politiker, die sich nicht trauen, ihnen kräftig auf die Füße zu treten.

Der Direktor des Landesbetriebs Forst Brandenburg, Hubertus Kraut, hat unrecht, wenn er meint, man könne Eigentümer nicht zwingen. Nicht nur, dass das Grundgesetz fordert, das Eigentum dem Wohle der Allgemeinheit dienen soll. Jeder Autobesitzer wird zum TÜV gezwungen. Wohnungsvermieter versucht die Mietpreisbremse in die Schranken zu weisen. Ganze Dörfer wurden für die Braunkohle abgebaggert.

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Müsste das nicht für das Eigentum an Wald erst recht gelten? Wald ist ein ganz besonderes Eigentum. Ein Eigentum, das andere betreten und aus dem sie sich Pilze und Beeren aneignen dürfen, und das sie vor allem anderen zum Leben und Überleben benötigen. Es wird höchste Zeit, dass man Waldbesitzer nicht nur zum Versprühen von Gift, sondern auch zum Waldumbau zwingen kann. Waldumbau darf nicht länger Lippenbekenntnis der Politiker und Privatsache der Waldbesitzer sein.

Das hilft freilich in der konkreten Situation in den Wäldern um Fichtenwalde, Borkwalde und Borkheide wenig. Da wird wohl – so ist zu befürchten – nur blieben, das Versprühen von „Karate Forst flüssig“ so sehr wie nur irgend möglich einzugrenzen. Unbedingt ausgenommen werden sollte neben den Wohngebieten der Tempelwald. Sein Besitzer Karl Tempel hat alles richtig gemacht. Seit Jahren baut er seinen Wald mit großem Engagement um. Es wäre fatal, wenn er jetzt wie alle anderen Waldbesitzer behandelt würde. Umgekehrt wäre es ein deutliches Signal an die Waldbesitzer, die nichts für den Umbau ihres Waldes getan haben, wenn der Tempelwald vom Giftnebel verschont bliebe und sein Besitzer von den Kosten für das Gift. Der Tempelwald könnte darüber hinaus als Rückzugsort für Vögel und Fledermäuse dienen.

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